Ist „Inklusive Schule“ machbar?

Der Vorarlberger Monitoring Ausschuss lud am 12. Juni zur 4. öffentlichen Sitzung. Im Mittelpunkt stand das Thema „Inklusive Schule“. Viele Interessierte folgten der Einladung und diskutierten mit.

Bildung und Schule begleitet uns ein Leben lang. Beginnend in den Spielgruppen und Kindergärten bis ins hohe Alter wird man immer wieder vor neue Aufgaben gestellt, an denen man wächst und lernt. Aber wie ist das für Menschen mit Behinderung? Wie erleben sie ihren oft einzigartigen Ausbildungsweg?

Österreich hat wie rund 180 andere Staaten die UN-Behindertenrechts-Konvention unterzeichnet. Diese propagiert volle und gleichberechtigte Teilhabe am Leben wie auch am Bildungssystem. Pläne und Ziele für die Inklusion sind von landespolitischer Seite definiert. Die Umsetzung fand aber bisher nur in Ansätzen fruchtbaren Boden. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Vahide Aydin, fand klare Worte: „Inklusion sollte möglichst früh in allen Lebensbereichen beginnen. Je alltäglicher der Kontakt zu Menschen mit Behinderung ist, umso weniger Barrieren und Ängste entwickeln sich.“

Zweijähriges Projekt mit der FH Vorarlberg zur „Inklusiven Schule“

„Der Vorarlberger Monitoring Ausschuss überprüft das Einhalten der Rechte von Menschen mit Behinderung in Vorarlberg. Mit den öffentlichen Sitzungen bieten wir ein Sprachrohr und sammeln Ideen, Anregungen wie Forderungen, um die Bedürfnisse klar und fundiert zu kommunizieren. Die 4. öffentliche Sitzung mit dem Thema „Inklusive Schule“ ist der Startschuss für ein zweijähriges Projekt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Vorarlberg. Ziel des Projekts ist es Lösungsstrategien zu erarbeiten, wie Inklusion in der Bildung für alle gewinnbringend werden kann“, erklärt der Vorarlberger Volksanwalt und Vorsitzender des VMA Florian Bachmayr-Heyda die wichtige Auseinandersetzung mit dem vielschichten Thema.

Fokusgruppen zur Sensibilisierung

Während der öffentlichen Sitzung konnten die Teilnehmer in neun unterschiedlichen Themen-Gruppe Stellung nehmen und mitdiskutieren. Die Mini-Workshops stellten sich den Fragen: Wie war die Ausbildung in Sonderpädagogischen Zentren oder Integrationsklassen der Regelschule? Was war gut im Schulalltag, was schlecht? Konnten die Lehrpersonen ausreichend unterstützen? Was hat beim Lernen geholfen? Gab es ein soziales Netz aus Freunden in der Klasse? Was ist verbesserungswürdig?

Mit vielen konstruktiven Vorschlägen und berührenden Geschichten im Gepäck erarbeiten die Studenten mit dem VMA einen Fragebogen aus den Sitzungsergebnissen. Dieser kann folglich anonym im Internet ausgefüllt werden und liefert weitere wichtige Daten für eine repräsentative Auswertung. Die Ergebnisse des Fragebogens stellt der VMA bei der 5. öffentlichen Sitzung 2020 vor.

 

BU: Die frühe Inklusion von Kindern mit Behinderung in unser Bildungssystem würde für Barrieren sensibilisieren und Ängste abbauen.

2019-07-05T12:51:18+02:00