29. Dezember 2020
Leserbrief: „Kommissions-Aus: Falsches politisches Signal“

Zum Bericht „Heimkommission steht vor dem Aus“, VN vom 23.12.2020. Als Kommissionsmitglied möchte ich ebenfalls Stellung zu der geplanten Abschaffung der Kommission durch die Politik beziehen.

Dass bundesweit nur in Vorarlberg eine eigene, unabhängige Landeskommission tätig ist, muss positiv bewertet werden – Vorarlberg ist ein Vorreiter! Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass beide Kommissionen (bundes- und landesweit) verschiedene Schwer- und Kontrollpunkte haben. Daher ist die Argumentation der Politik über Doppelgleisigkeiten irrelevant. Die Prüfungen der Kommission haben ein Ziel: das private Leben des Einzelnen in Heimen zu verbessern und die Ergebnisse direkt den Verantwortlichen zu übermitteln, sodass Verbesserungen gezielt umgesetzt werden können. Es sind verschiedene Belange: von menschlicher Auseinandersetzung unter Bewohnern bis hin zur falschen Verabreichung von Medikamenten durch das Personal. 

Zu den Aufgaben der Landeskommission gehören auch Überprüfungen, inwieweit die Verbesserungsvorschläge und -maßnahmen umgesetzt worden sind. Von den Klienten erhalten wir viele positive Rückmeldungen – auch schätzen manche Leitende unsere Arbeit. Aussagen der Politik wie „Wir haben keine Verbesserung erreicht“ verdeutlichen, wie wenig Verständnis für die Lebenssituation der Menschen in Heimen und Behinderteneinrichtungen sowie deren Personal vorhanden ist. Leider. Auch ist das Gefühl unter Klienten, Angehörigen und der Sachwalterschaft stark vorhanden, dass manche Einrichtungsträger die Kommission abschaffen möchten, um ein Kontrollsystem und die Verbesserung der Lebenssituation zu verhindern. 

Dr. Ivo Šelner, MAS, Feldkirch
(Vorarlberger Nachrichten, 29.12.2020)

zurück