Die Debatte um eine angeblich nicht rechtmäßige Skiroute im Bereich des RagazerBlanken in Damüls hat jetzt auch die Politik erreicht. Nachdem der Landesvolksanwalt sowie der Alpenverein kritisiert hatten, dass Auflagen im Zusammenhang mit der Errichtung des Lifts nicht eingehalten wurden und die Skiroute Ragaz nicht mit geeigneten Absperrungen versehen wurde, meldete sich aktuell Umweltlandesrat Johannes Rauch (Grüne) zu Wort.

Vertrauen in Behörden

„Für das Vertrauen in den Rechtsstaat und die Gleichbehandlung aller Rechtsunterworfenen ist es wichtig, dass Auflagen, die mittels Bescheid von der Behörde vorgeschrieben werden, auch ohne Wenn und Aber eingehalten werden“, betonte er in seiner Stellungnahme. Als Umweltlandesrat und Mitglied der Vorarlberger Landesregierung vertraue er jedoch darauf, dass die Behörden für die ordnungsgemäße Erfüllung von Bescheidauflagen sorgen, insbesondere auch im Falle von Mellau-Damüls.

Schon der Zusammenschluss der Skigebiete Mellau-Damüls sei eine äußerst umstrittene Entscheidung gewesen, die vielen naturschutzbewegten Menschen große Schmerzen bereitet hätte und noch immer bereiten würden, führt der Umweltlandesrat an. Auch der damals zuständige Naturschutzlandesrat Erich Schwärzler habe den Zusammenschluss aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes abgelehnt, erinnerte Johannes Rauch. Letztlich wurde das Projekt aber dann doch mit einer Reihe von Auflagen genehmigt. „Eine der bescheidmäßigen Auflagen war, dass es die Skiroute Sünserjoch eigentlich gar nicht geben darf“, stellt nun auch Rauch dezidiert fest.

Offenbar sind die Vorgaben von den Liftbetreibern aber nur halbherzig umgesetzt worden. Deshalb wandte sich der Alpenverein im Februar in dieser Sache an den Landesvolksanwalt. Ein Lokalaugenschein hat nämlich ergeben, dass die umstrittene Skiroute zum Sünserjoch zwar nicht mehr präpariert wird und eine Absperrung angebracht ist, eine Hinweistafel jedoch nach wie vor auf die Möglichkeit hinweist. Außerdem scheint die Skiroute weiterhin online im Pistenplan des Skigebiets auf. Der Alpenverein will nicht klein beigeben und pocht weiter auf die Sperre der umstrittenen und noch immer vielbegangenen Route.

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Bild: Mittlerweile ist der Ragazer Blanken mit einer Sesselbahn erschlossen. vn

2019-02-26T14:57:17+01:00