Eine umstrittene Skiroute im Skigebiet Damüls ist bis heute in den Pistenplänen der Bergbahnen als Abfahrtsmöglichkeit ausgewiesen. Der Alpenverein vermisst eine Sperre der Route und widerspricht der Bezirkshauptmannschaft Bregenz, wonach die Bergbahnen alle Auflagen erfüllt hätten.

Die „Route Acht“ von der Bergstation des Sesselliftes Ragaz in Damüls rückt erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Die Route, die es laut Alpenverein und Landesvolksanwalt nicht geben dürfte, ist im online-Pistenplan rot eingezeichnet. Ein Anreiz für alle, die sich abseits von Pisten bewegen. Die Route wird laut Alpenverein auch vielfach befahren. Das sollte nicht sein. Dagegen spricht ein Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Bregenz aus dem Jahr 2006.

Auflage zum Schutz der Natur

Der Sessellift durfte im Jahr 2006 nur unter Auflagen zum Schutz von Landschaft und Natur gebaut werden. Damals wurde den Bergbahnen mittels Bescheid aufgetragen: „Im Bereich der Bergstation der 6er-Sesselbahn „Ragaz“ ist durch geeignete Absperrungen und Hinweise sicherzustellen, dass ein Abfahren außerhalb der bewilligten Piste, zB nach Laterns bzw. in Richtung Mellental, nicht möglich ist.“ (Bescheid aus dem Jahr 2006)

Vorwurf des Alpenvereins

Von einer Erfüllung des Bescheids sieht der Alpenverein die Bergbahnen noch weit entfernt. Seit acht Jahren weise der Alpenverein auf den Missstand hin, zuletzt unter Einschaltung des Volksanwaltes. Die Kritik richtete sich vor allem gegen die Bezirkshauptmannschaft Bregenz, die laut Alpenverein ihrer Kontrollfunktion nicht nachgekommen sei.

Umstrittene Skiroute Mellau Damüls

Gerhard Kaufmann

Die Bergstation der Sechser-Sesselbahn Ragaz

Landesvolksanwalt fordert Kontrollen ein

Im Februar 2018 hatte sich der Alpenverein an den Landesvolksanwalt gewandt. Dieser legte der Bezirkshauptmannschaft nahe, den Liftbetreiber auf die „korrekte Auslegung der Bescheidauflage“ hinzuweisen und in aktuellen Wintersaison 2018/19 auch zu kontrollieren, so der Sprecher des Alpenvereins Gerhard Kaufmann in seiner jüngsten Medienmitteilung.

Lokalaugenschein des Alpenvereins

Ein Lokalaugenschein durch den Alpenverein vor einigen Wochen habe ergeben, dass die Skiroute Ragaz zwar nicht mehr wie bisher präpariert werde und eine Sperrtafel vorhanden sei. Darüber hinaus fehlten geeignete Absperrungen und Hinweise, um ein Abfahren außerhalb der bewilligten Piste zu verhindern, so Kaufmann. Nach wie vor vorhanden sei eine Hinweistafel zur Skiroute. Somit sei es noch für jedermann möglich, die südseitigen Hänge abzufahren. Das werde von vielen genützt.

Auch aus den Pistenplänen im Internet und den Foldern sei die Skiroute noch nicht gestrichen, so Kaufmann weiter. Die Bezirkshauptmannschaft sei ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Kontrolle nicht nachgekommen. Damit reagierte der Alpenverein auf die jüngsten Aussagen der Behörde.

Bezirkshauptmann verteidigt Behördenlinie

Bezirkshauptmann Elmar Zech hatte eine Säumigkeit der Behörde zuvor zurückgewiesen. Die Behörde kontrolliere sehr wohl die Einhaltung der Auflage seit dem Jahr 2011. Im Juni 2018 betonte die BH gegenüber dem Landesvolksanwalt, dass der Auflage durch entsprechende Vorkehrungen in ausreichendem Maße entsprochen werde, eine Skiroute nicht bewilligungspflichtig sei und die Wegefreiheit Skitouren im freien Gelände erlaube.

2019-02-22T10:25:54+01:00