Umstrittene Skiroute: Behörde ändert Position

Die Bezirkshauptmannschaft Bregenz hat ihre Meinung zur umstrittenen Skiroute Sünserjoch im Skigebiet Mellau-Damüls geändert. Nach einer nochmaligen Überprüfung kommt sie zum Schluss, dass die Skiroute einer Auflage widerspricht.

Landesvolksanwalt Florian Bachmayr-Heyda hat den Ball vor einigen Wochen ins Rollen gebracht: Die Skiroute Sünserjoch im Skigebiet Mellau-Damüls widerspreche einer Auflage im Bescheid zur Skigebietszusammenlegung Mellau-Damüls von 2006 und sei damit quasi illegal, so seine Kritik. Der Bezirkshauptmannschaft Bregenz warf er Untätigkeit vor – mehr dazu in Volksanwalt übt Kritik an Skiroute in Damüls.

Strafverfahren eingeleitet

Bezirkshauptmann Elmar Zech argumentierte, dass die Skiroute grundsätzlich in Ordnung sei: Zu diesem Schluss wären mehrere Sachverständigen in Gutachten gekommen. Nach der öffentlichen Kritik des Landesvolksanwalts hat die Bezirkshauptmannschaft die Sachlage in den vergangenen Wochen nochmals geprüft. Am 28. Februar wurde dazu auch eine Besichtigung vor Ort durchgeführt.

Umstrittene Skiroute Mellau Damüls

Gerhard Kaufmann

Das Ergebnis: Die Skiroute ist nicht mit der Auflage vereinbar. Die Liftgesellschaft muss die Skiroute sperren und darf sie nicht länger ausschildern oder bewerben. Zudem hat die Behörde ein Verwaltungsstrafverfahren gegen die Liftgesellschaft eingeleitet.

Liftgesellschaft: „Einschneidende Maßnahme“

Der Geschäftsführer der Seilbahnen Damüls, Markus Simma, spricht von einer „einschneidenden Maßnahme“. Die Skiroute sei wichtig für schwächere Skifahrer, um ins Tal zu gelangen. Man werde den Bescheid der BH prüfen und die behördlichen Anordnungen befolgen. Simma zeigt sich überrascht über den Meinungsumschwung. Eigentlich habe sich die Bezirkshauptmannschaft die Skiroute angesehen und nichts daran auszusetzen gehabt.

2019-03-21T10:54:55+01:00