Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen 2019-05-15T07:45:50+00:00

Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderungen Zusammenfassung der Ergebnisse

der dritten öffentlichen Sitzung vom 23.05.2018

Anregungen hinsichtlich einer ambulanten Versorgung:

„One-Stop-Shop“:
Antragstellungen sind für Menschen mit Behinderungen zeitaufwändig und kompliziert.

Daher wird eine eigene Stelle für die Information von Hilfsmitteln und Therapien angeregt, damit sämtliche Anliegen rasch und unkompliziert erledigt werden.

Persönliche Assistenzleistungen (PA):

Damit Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben in sämtlichen Bereichen führen können, wird die Finanzierung von PA im Bereich der medizinischen Versorgung angeregt.

Derzeit wird PA nur im Bereich gesellschaftlicher Teilhabe finanziell unterstützt. Assistenzleistungen werden aber auch bei Begleitungen zu diversen Ärzten benötigt. Daher sollte PA auch für Arzt- und Krankenhausbesuche gefördert werden.

2. Anregungen für Krankenhäusern:

a) Behandlung

  • PA und die Unterstützung durch eine Stelle für barrierefreie Kommunikation sollte bereits vor der Aufnahme in Krankenhäusern möglich sein – um allfällige Probleme besser lösen zu können
  • Medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderungen hat auf Basis des neuen Erwachsenenschutzgesetzes stattzufinden (Bsp. Krankenhaus Melk MIA).
  • Es soll eine Stelle für barrierefreie Kommunikation in Krankenhäusern eingerichtet werden. In diesem Zusammenhang sollte eine Kommunikation in Gebärdensprache möglich sein. Durch eine gute und barrierefreie Kommunikation können Behandlungen, Therapien sowie Untersuchungen verständlich erklärt werden. Dabei ist auf die direkte Ansprache von Menschen mit Behinderungen, anstatt Gespräche mit Angehörigen und BetreuerInnen, besonders zu achten.
  • Wichtig wäre auch die bessere Verständlichkeit (Leichter Lesen) von Broschüren, Packungsbeilagen von Medikamenten sowie Aufklärungsbögen.
  • Bei der Aufnahme und der Behandlung, kann der Krankenhauspass für Menschen mit Behinderungen helfen.
  • Zur Qualitätsverbesserung sollte es auch für Menschen mit Behinderungen möglich sein, Kritik zu äußern.

b) Strukturelle bzw. organisatorische Anregunge

  • Es sollen interne Schulungen für ärztliches und pflegerisches Personal hinsichtlich „menschenwürdigen“ Umganges von Menschen mit Behinderungen stattfinden. Dabei könnten Menschen mit Behinderungen als ExpertInnen in eigener Sache helfen.
  • Lautsprecherdurchsagen (für Menschen mit Sehbehinderung) und visuelle Informationen (für Menschen mit Hörbehinderungen) sollten die Orientierung in Ambulanzen erleichtern.
  • Es sollte mehr und vor allem geeignetere Behindertenparkplätze geben.
    Die Behindertenparkplätze sind oft zu schmal. Da die Behindertenparkplätze nicht mit einer
    „Euro-Schlüssel-Schranke“ gesichert sind, sind die Parkplätze oft von Falschparkern besetzt.

  • Menschen mit Behinderungen müssen dann trotz Behindertenausweis bzw. Behindertenpass auf ungeeignete Parkplätze ausweichen.

3. Anregungen bezüglich der Entlassung aus einem Krankenhaus

  • Der Übergang von einem Krankenhaus nach Hause muss frühzeitig und genau geplant werden. Dabei sollte das soziale Umfeld vor der Entlassung genau abgeklärt werden.
  • Bei Bedarf sollten mobile Hilfs- und Pflegedienste, PA und stationäre Hilfsangebote vermittelt werden.
  • Es sollte stationären Nachsorgeeinrichtungen geben. Menschen mit Behinderungen sind zu Hause oft überfordert und müssen derzeit in Pflegeheimen untergebracht werden.